Münchner Unternehmensgespräch #3

Zahlreiche Gäste fanden sich im Smartvillage zur 3. Veranstaltung der Reihe „SDGs praxisnah umsetzen“ ein. Unter der Moderation von Carola von Peinen (Vorständin UnternehmensGrün und Gründerin Talents4Good) gaben Andrea Klepsch (Gründerin und Geschäftsführerin modem conclusa) und Daniel Zeder (Personalreferent und stv. Leiter Sparda-Bank München) Impulse zum Thema Mitarbeitermotivation für Nachhaltigkeit. Zwei Vorträge, die gleichermaßen interessante wie unterschiedliche Gesichtspunkte fokussierten. 

„Ein wichtiger Aspekt, um Andere für ein nachhaltiges Leben und Wirtschaften zu begeistern“, so Andrea Klepsch, „ist, gemeinsam, kreativ und abenteuerlustig an die Sache heranzugehen.“ Wie Kreativität und Abenteuerlust, aber auch Mut, aussehen, zeigen Vorbilder mitten aus unserer Gesellschaft: Als Beispiele wählte sie Papst Franziskus, der in Rom mit einem Kleinwagen unterwegs ist und auf Statussymbole wie klimaschädliche und ressourcenfressende SUVs verzichtet. Als zweites Vorbild, ganz ohne Macht und Position, nannte sie die Klimaaktivistin Greta Thunberg, die in kurzer Zeit mit „Fridays for Future“ eine Demonstrationswelle über den ganzen Globus hinweg ausgelöst hat. Als konkretes und systematisch einsetzbares Handwerkszeug stellte Andrea Klepsch den von der Agentur entwickelten „kooperativen Dreh“ vor: eine Art Drehscheibe, mit deren Hilfe zentrale Handlungsqualitäten mit den wichtigsten Handlungsfeldern abgeglichen werden können, um in Unternehmen gemeinsam den „Narathon“, den Nachhaltigkeits-Marathon, zu laufen.  

Laut Daniel Zeder „entsteht Unverständnis nur dann, wenn jemand nicht vom Ziel überzeugt ist.“ Dass dies bei der Sparda-Bank München nicht passieren kann, erklärte er anhand eines Zitats des Vorstandsvorsitzenden Helmut Lind, der, wenn nicht öffentlich, mit seinem Elektroauto unterwegs ist: „Wenn keiner anfängt vorzudenken, dann wird auch keine neue Welt entstehen.“ Das Ziel des Unternehmens ist das Wohl aller, auch wenn dies häufig mit höheren Kosten verbunden ist. Für die Erstellung der jährlichen Gemeinwohlbilanz zum Beispiel gibt es – neben dem Input einzelner Abteilungen – eine eigene Vollzeitstelle. Für die Mitarbeiter*innen resultiert dieses Engagement dann in attraktiven Sozialleistungen, Workshops und Schulungen, die wiederum ein nachhaltiges Verhalten aller im Unternehmen fördern.

Nachhaltigkeitsengagement kann und muss auch aus dem Team kommen. Es geht um wechselseitige Beziehungen. Um Veränderungen, die im Kleinen beginnen und Kreise ziehen. Dies passiert nicht nur im Kolleg*innen-, sondern auch im Freundes- und Familienkreis. Es geht aber auch um politischen Einsatz, darum Ungerechtigkeiten aus dem Weg zu räumen und flächendeckend ein nachhaltiges Wirtschaften zu ermöglichen, davon ist Andrea Klepsch überzeugt. Damit die politischen Rahmenbedingungen der ökologischen und sozialen Dimension endlich einen angemessenen Stellenwert in der Wirtschaft geben, dafür setzt sich UnternehmensGrün ein – ein wichtiger Aspekt für die Gründerin der Pionieragentur für Nachhaltigkeitskommunikation. 

Das nächste Münchner Unternehmensgespräch #4 – SDGs praxisnah umsetzen findet am 7. Mai 2019 zum Thema Zielkonflikte der Nachhaltigkeit statt. Weitere Infos folgen!

Andrea Klepsch präsentiert Vorbilder für nachhaltiges Leben und Wirtschaften.

Das von modem conclusa entwickelte Tool hilft, zentrale Handlungsqualitäten mit den wichtigsten Handlungsfeldern abzugleichen.

Daniel Zeder stellt die Grundpfeiler der Unternehmensstrategie der Sparda-Bank München vor.

Andrea Klepsch, Daniel Zeder und Carola von Peinen (v.l.n.r.) stellen sich den Fragen aus dem Publikum.