Alarmstufe Rot für unseren Planeten

In einer eindringlichen Rede zum Jahreswechsel hat der Generalsekretär der UN, António Guterres, Alarmstufe Rot für unseren Planeten ausgerufen: Klimawandel, Ungleichverteilung, bewaffnete Konflikte, Fremdenfeindlichkeit, Nahrungsmittelunsicherheit und Wassermangel nehmen zu und können nur von einer geeinten Weltgemeinschaft bewältigt werden. Es ist ein Appell, der unter die Haut geht. Ein Appell, der aufrüttelt, Bewusstsein schafft und PolitikerInnen, UnternehmerInnen und BürgerInnen zum Handeln animiert. Damit auf die Worte bei den Klimakonferenzen, Sicherheitskonferenzen, Agrarmessen etc. auch wirklich Taten folgen.  
In Deutschland trifft dieser Appell bei vielen BürgerInnen auf Resonanz. Zum Beispiel bei den TeilnehmerInnen der „Wir haben es satt!“-Großdemonstration von Bauern und Umweltaktivisten am 20. Januar am Rand der Grünen Woche in Berlin. Die Folgen der industriellen Landwirtschaft wie Artensterben, Bodenerosion, Belastung mit Chemikalien und die nicht artgerechte Haltung von Tieren haben zum achten Jahr in Folge Tausende auf die Straße geholt. Im Mittelpunkt stand dieses Mal die Zulassungsverlängerung von Glyphosat. Denn während die Staaten der EU weiterhin den Weg der industriellen Agrarproduktion unterstützen, formiert sich vielerorts Widerstand.
Die Zivilgesellschaft setzte in Berlin ein Zeichen, aber auch in der Wirtschaft engagieren sich zahlreiche Unternehmen: Die Molkerei Berchtesgadener Land hat im Oktober 2017 die Anwendung jeglicher Totalherbizide in der Grünland- und Ackerbaubehandlung für alle 1.800 Genossenschaftsmitglieder verboten. Rund um die Bio-Supermarktkette basic und die Schweisfurth Stiftung formiert sich aktuell ein Bündnis aus namhaften Akteuren aus dem Bio-Lebensmittelsektor. Gemeinsam setzen sich die Unternehmen für ein Verbot von Ackergiften ein. Durch die Förderung unabhängiger Forschung zu deren Risiken und die Erarbeitung einer Roadmap hin zu einer enkeltauglichen Landwirtschaft.
Nur zwei der vielen Aktionen, die gesellschaftliche Herausforderungen auf die Agenda der Politik und ins Bewusstsein der Bevölkerung bringen. Zwei Aktionen, die fordern: Change it!