Facebook-Krise? Was bedeutet das für Ihr Unternehmensprofil?

In den letzten Tagen und Wochen kam es erneut zu einem Aufschrei der Empörung in der Social Media Welt, dieses Mal besonders laut. Es wird heiß diskutiert, „blitzschnell“ (unüberlegt?) reagiert. modem conclusa empfiehlt, den Social Media Kanal weiter verantwortungsbewusst zu nutzen und die Entwicklung weiterhin zu beobachten.

Was war geschehen?
Das Datenanalyse-Unternehmen Cambridge Analytica hatte während der Präsidentschaftskandidatur Zugang zu den Profildaten von 50 Millionen Facebook-Nutzern erhalten. Diese Daten wurden mutmaßlich dazu genutzt, durch die Einblendung passender Werbeanzeigen, die Anhänger des aktuellen US-Präsidenten Donald Trump zu mobilisieren und gleichzeitig Wähler der demokratischen Gegenkandidatin Hillary Clinton vom Urnengang abzuhalten. Facebook wusste wohl bereits seit einiger Zeit, dass Cambridge Analytica die Daten unerlaubterweise weiter nutzte und damit einen massiven Datenschutzverstoß beging. Aufgrund dieses Wissens hätte Facebook eine Meldung bei der zuständigen Aufsichtsbehörde vornehmen müssen. Dies ist unterblieben und hat in Folge dazu geführt, dass wegen der nun laufenden Ermittlungen der Federal Trade Commission (FTC) der Aktienkurs deutlich eingebrochen ist und Facebook rund 86 Milliarden Dollar Börsenwert verloren hat (Stand 26.03.18, Quelle: persoblogger.de).

Überrascht der Vorfall wirklich?
Für Facebook sind Daten das A&O. Die kostenfreie Nutzung der User hat nämlich genau diesen Preis. Marketer und Werber nutzen die Daten für gezielte Aussteuerung der budgetierten Anzeigen und bezahlten Posts. Facebook verwertet die Daten, die seine Nutzer durch ihre bloße Facebook-Nutzung generieren. Diese geht über das aktive Posten hinaus: All jene Seiten, die einen Facebook-Like-Button aufweisen oder beispielsweise verknüpfte Apps (wie im oben beschriebenen Fall) liefern Informationen über die Nutzer. Es steht jedem Nutzer frei, seine Privatsphäre-Einstellungen dementsprechend einzustellen, dass er nicht mehr Daten als nötig preisgibt. Auch das Nutzungsverhalten, bzw. die Intensität, mit der Facebook genutzt wird, kann selbst bestimmt werden.

Die Folgen?
Aufgrund des medialen Aufschreis zum Vorfall Cambridge Analytica überlegen nun viele Nutzer, ihr Facebook-Profil zu löschen. Allein die Rate der entsprechenden Suchanfrage „Wie lösche ich mein Profil bei Facebook“ schnellte um circa 150 Prozent in die Höhe. Die tatsächliche Absprungrate ist derzeit noch unbekannt. modem conclusa hat bei den Fanzahlen der zu betreuenden Kunden bislang keine signifikanten Einbußen in Reichweite und Likes registriert.
Erste Unternehmen haben direkt nach der Bekanntgabe des Vorfalls Cambridge Analytica bekannt gegeben, die Fanpage zu löschen. Inkonsequenter Weise sind einige nach nur wenigen Stunden wieder aktiv geworden (Dr.Oetker Pizza), andere haben vermutlich die Gunst der Stunde genutzt, um Reichweite und damit Aufmerksamkeit zu generieren (Elon Musk, Tesla). Diese blieben jedoch die Minderheit. Der O-Ton in der Branche lautet: „Solange die relevante Zielgruppe bei Facebook bleibt, macht es keinen Sinn, das Facebook-Profil zu löschen.“

modem conclusa rät zu diesem Zeitpunkt davon ab, überschnellt einen Facebook-Auftritt zu löschen. Vor allem die Möglichkeit der unkomplizierten und direkten Kommunikation mit den Verbrauchern stellt ein großes Plus des Kanals dar, das momentan durch kein vergleichbares Kommunikationsinstrument ersetzbar ist.
Dort zu kommunizieren, wo die Zielgruppe sich befindet, ist nach wie vor richtig und wichtig. Dennoch heißt es – und das nicht erst seit dem jüngsten Vorfall – die Entwicklungen bei Facebook bzw. im Social Web allgemein zu beobachten:

  • Setzt Facebook die nun angekündigten verschärften Überprüfungen und Änderungen um?
  • Welche Auswirkungen haben die neuen Algorithmen auf die Ausspielung der Posts und damit der Anzeigen-Budgets?
  • Welche Plattformen gewinnen neben Facebook an Relevanz?
  • Wohin bewegt sich die Zielgruppe?


Wir bleiben dran!
Ihr Social Media Team von modem conclusa