Warum unser Reiseverhalten zählt
Reisen prägt nicht nur unsere Erinnerungen, sondern auch das Klima, lokale Gemeinschaften und Ökosysteme weltweit.
Tourismus verursacht rund 8 % der weltweiten Treibhausgasemissionen – deutlich mehr, als frühere Schätzungen nahegelegt haben. Zusätzlich belasten Kreuzfahrten und Küsten-Massentourismus die Meere durch Abwasser, Plastikmüll und Schweröl-Emissionen. Auch Tiere sind betroffen: Schätzungen zufolge leiden weltweit bis zu 550.000 Wildtiere in Attraktionen wie Elefantenreiten, Delfinshows oder Tiger-Selfies.
Zugleich ist Tourismus für viele Menschen die wichtigste Einnahmequelle. Auf den Malediven macht er z. B. etwa 41,5 % des BIP aus. Bleiben Touristinnen und Touristen aus, etwa durch Krisen oder Naturkatastrophen, kann diese wirtschaftliche „Monokultur“ schnell kollabieren. Hinzu kommen häufig prekäre Löhne und Arbeitsbedingungen in der Branche.
Diese Zahlen sollen nicht den nächsten Urlaub vermiesen – im Gegenteil: Je mehr man weiß, desto gezielter lässt sich mitgestalten. Bei Buchung, Anreise und Verhalten vor Ort lässt sich viel bewirken. Im Juli haben wir uns aus diesem Grund in unserem internen Fokus-Monat damit beschäftigt, wie wir schon mit kleinen Handlungen das Reisen nachhaltiger gestalten können.
Erkenntnisse unseres Fokus-Monats
- Weltweit gibt es über 200 Nachhaltigkeitslabels im Tourismus. Der Tourismus Labelguide hat daraus 24 besonders glaubwürdige, unabhängig geprüfte Labels herausgefiltert, die Umwelt- und Klimaschutz, faire Arbeitsbedingungen sowie den Erhalt des kulturellen Erbes abdecken.
- Plattformen wie fairunterwegs und GOOD travel bündeln Reiseveranstalter, Unterkünfte und Labels mit Nachhaltigkeitsfokus und erleichtern so die bewusste Buchung.
- Der Weg ist das Ziel: Bei der Anreise ist die Bahn aus Klimasicht meist die beste Wahl. Plattformen wie Traivelling oder Trainline erleichtern grenzüberschreitende Zugverbindungen. Außerdem erleben Nachtzüge in Europa ein Comeback.
- Muss es doch das Flugzeug sein, helfen CO₂-Vergleiche auf Plattformen wie gruener-fliegen.de sowie der jährliche atmosfair Airline Index bei der Wahl einer klimaeffizienteren Airline und Verbindung – Direktflüge sind dabei meist, aber nicht immer die bessere Option.
- Vor Ort machen kleine Gesten einen großen Unterschied: sich mit Sitten und Gebräuchen vertraut machen, in regionalen Restaurants essen, lokale Guides statt internationaler Anbieter buchen. Wer schwimmen geht, sollte zudem auf riff- und korallenfreundliche Sonnencreme achten – gängige UV-Filter wie Oxybenzon und Octinoxat gelten als toxisch für Korallen.
